Himmelblauer Zwergtaggecko
(Lygodactylus williamsi)
Die Lygodactylus Arten (Zwerggeckos) lassen sich der Gruppe der Gekkoninae (Geckos) unterordnen.
Bisher sind ca. 60 Arten der Zwerggeckos (Lygodactylus) bekannt, deren Lebensraum sich über das gesamte südliche Afrika erstreckt. Zwei Arten lassen sich sogar in Südamerika finden.
Die im Moment am meisten in Terrarien vertretenen Lygodactylus Arten sind: L. kimhowelli, L. capensis und L. picturatus. Die farbenprächtigste Art ist jedoch L. williamsi, welche bereits kurz nach Entdeckung große Beliebtheit genießt.
Lebensraum & Herkunft:
Das Herkunftsland von L. williamsi ist Tansania. Dort besiedelt er im Kimboza-Forest , in ca. 350m Höhe, ein nur etwa 385ha großes Gebiet. Meist leben sie hier auf Schraubenbäumen (Pandanus). Man nennt Tiere und Pflanzen die nur in einem bestimmten, abgegrenzten Gebiet zu finden sind auch Endemiten. Dieses Gebiet ist tagsüber sehr trocken und nachts halbfeucht. Es herrschen dort ozeanische Temperaturen und Niederschläge. Am wärmsten wird es im Dezember mit bis zu 28°C. Es gibt außerdem eine Trockenzeit von Juni bis Ende August. In der restlichen Zeit betragen die Höchstwerte ca. 24°C. Diese Art lebt arboricol (baumbewohnend) und ist vorwiegend auf Pandanus Bäumen zu finden.
Lebenserwartung:
Da diese Art noch nicht sehr lange in Terrarien gehalten wird ist auch über ihre Lebenserwartung bei Terrarienhaltung wenig bekannt.
Wenn man von der Lebenserwartung anderer Lygodactylus Arten ausgeht, beträt sie 6 - 9 Jahre.
Bisher ist bekannt dass der Alterungsprozess beim Männchen durch die immer dunkler werdende Blaufärbung zu erkennen ist.
Aussehen & Geschlechtsbestimmung:
Die KRL beträgt sowohl bei den Männchen, als auch bei den Weibchen 42 - 46 mm. Die Länge des Schwanzes entspricht in etwa der KRL.
Aufgrund der intensiven Blaufärbung des Männchens lassen sich die Geschlechter recht gut unterscheiden. Jedoch muss beachtet werden dass dies nur bei strikter Einzelhaltung möglich ist, da nur dominante, im Gegensatz zu unterdrückten, Männchen diese Färbung aufweisen.
Des Weiteren ist eine Geschlechtsbestimmung durch die 7 Präanalporen und der verdickten Schwanzwurzel des Männchens möglich. Die Färbung von Weibchen und Jungtieren ist gold-grünlich. Bei beiden Geschlechtern verläuft ein schwarzes „Band“ über Schnauze, Augen und Hals und eine zweite V-förmige Linie neben der ersten.
Verhalten im Terrarium:
Wegen des enormen Sexualdrucks des Männchens wir meistens eine 1.2 oder 1.3 Haltung empfohlen da ein einzelnes Weibchen darunter leiden kann. Die Kopulation dauert zwischen 10 und 45 Minuten.
Nach geringer Eingewöhnungszeit, bemerkt man sehr schnell, dass L. williamsi keine scheue Art ist und das Becken im vollen Umfang ausnutzt. Insbesondere das Männchen entpuppt sich als wahrer Akrobat und turnt durch das ganze Terrarium.
Ihre Hauptaktivitätsphase haben sie hauptsächlich nachmittags, diese zieht sich nun bis kurz vorm Abschalten der Beleuchtung hin. Im Terrarium kann man immer wieder Sprünge über 20cm erleben.
Terrarium & -gestaltung:
Wenn man von einer KRL von 5cm ausgeht ist die gesetzliche Mindestgröße des Terrariums 30x30x40 (LxBxH). Aufgrund des aktiven Verhaltens ist jedoch ein weitaus größeres Terrarium empfehlenswert. Sowohl Länge als auch Höhe sollten um mindestens 10cm erweitert werden.
Für die Haltung von 1.2 ist ein Terrarium mit den Maßen 45x40x60 (LxBxH) empfehlenswert, für 1.3 sogar 45x40x60 (LxBxH). Das Terrarium kann jedoch auch weitaus größer sein denn: je größer desto besser!
Allerdings sollt man beim Kauf darauf achten, dass die obere Lüftungsfläche größer als die üblichen 6 bis 10 cm ist. Ebenso ist es von erheblichem Vorteil feine Gaze zu verwenden wenn man Drosopholia als Nahrungselement anbieten möchte.
Der Bodengrund ist eher nebensächlich da sich die Tiere sowieso so gut wie nie dort aufhalten. Empfehlenswert ist jedoch als untere Schicht Blähton und darüber ein Gemisch aus unbehandelter Erde und Sand. Das Mischverhältnis sollte bei 5:1 liegen.
Die Bepflanzung des Beckens gestaltet sich insofern schwierig, wenn man die natürlichen Gegebenheiten berücksichtigen möchte, da dafür ein sehr großes Terrarium notwendig ist. Sollte dieses jedoch zur Verfügung stehen sollte als Hauptpflanze ein Schraubenbaum (Pandanus) gewählt werden.
Ansonsten ist es ratsam mindestens eine großblättrige Pflanze, wie z.B.: Sanseverien, Bromelien, Palmen usw. zu integrieren, da diese gerne als Lauffläche, Schlafplatz, Rückzugsplatz und zur Eiablage genutzt werden. Ansonsten dürfen Korkröhren, Äste oder Bambusröhren nicht fehlen! Ebenso wird eine Wurzel gerne genutzt.
Natürlich gehört eine Rückwand, die am besten den natürlichen Verhältnissen entspricht, zum Equipment und sollte mit Sorgfalt ausgewählt werden (z.B.: Naturkorkplatten; Schiefernachbildungen usw.) Um den Tieren eine kühle, feuchte Rückzugsmöglichkeit zu bieten ist es empfehlenswert eine Feuchte Stelle mit Moos o.Ä. zu gestalten.
Die Beleuchtung des Beckens muss natürlich individuell gewählt werden, dabei muss aber vor allem auf die notwendige UV Strahlung geachtet werden, da Reptilien Tetrachromaten sind. Dies bedeutet, dass sie im UV-A Bereich sehen und sie im Gegensatz zu uns auch Photorezeptoren haben.
Für ein Terrarium mit den Maßen 30x30x40 (LxBxH) ist eine Beleuchtungsausstattung mit einer Lucky Reptile UV Compact (15W) sowie einer Lucky Reptile Halogen Sun Mini (20W) ausreichend. Anstatt der UV Compact kann auch eine Arcadia UV Compact Lampe (23W) verwendet werden. Diese kann auch für die Repti glo 5.0 im etwas größeren Terrarium verwendet werden.
Haltung:
Tagsüber sollte die Temperatur bei 26 – 30°C liegen, am Spot bis 34°C. Die Luftfeuchtigkeit bei 50 – 60%. Nachts ist die optimale Temperatur 18 – 22°C. Die LF sollte auf bis zu 80% ansteigen.
Um eine kühlere Haltungsphase zu gewährleisten, wodurch dem Weibchen eine Regenerationszeit gegeben wird, reicht es bei mir vollkommen aus die Temperaturen um ca. 5 Grad Celsius zu senken und die wärme Spots nur zweimal täglich kurzzeitig zuzuschalten.
Futter:
L. williamsi lieben ein ausgewogenes Futtersortiment. Es kann alles angeboten werden was nicht größer als 1 cm ist, wie kleine und große Obstfliegen, Terfly, Ofenfische, kleine Grillen und Heimchen, sowie alle zwei Wochen einen Klecks Obstbrei (für jedes Tier anbieten).
Die Futterinsekten müssen mit einem Vitaminpräparat vor ca. jeder zweiten Fütterung bestäubt werden. Außerdem sollte man die Futtertiere in einem gewissen Zeitraum angefüttert werden. Ebenfalls sollte im regelmäßigen Abstand etwas Sepiaschale zur Verfügung stehen.
Die Wasserversorgung wird eigentlich durch das Spritzwasser, welches beim täglichen übersprühen der Terrariumeinrichtung entsteht, gesichert. Allerdings sollte immer eine kleine Schale mit frischem Wasser den Tieren zur Verfügung stehen.