Kornnatter
(Pantherophis guttatus guttatus)
Auch genannt: Elaphe guttata guttata, Gemeine Kornnatter
Merkmale: Manche Tiere werden bis zu 180 cm groß wobei die Durchschnittsgröße wesentlich kleiner ist.
Aktivität: tagaktiv
Lebensweise: Bodenbewohner
Gesamtlänge: 120 cm
Terrarium: Halbtrockenterrarium, Badebecken, Kletteräste und Versteckmöglichkeiten bieten
Terrariengröße: 120x60x120 cm (für die paarweise Haltung ausgewachsener Tiere)
Temperartur: Tagsüber 22-28°C , Nachts 18-22°C
Luftfeuchtigkeit: 50-70%
Beleuchtung: 12 Stunden (UV-Anteil nötig)
Hinweise zur Haltung: Gleichgroße Tiere gut verträglich
Fütterung: Mäuse und Ratten
Eigenschaften: sehr Aktiv, klettert gerne
Ausführliche Beschreibung:
Beschreibung
Der Lebensraum der Kornnatter erstreckt sich von New York bis in Florida.
Durch das große Verbreitungsgebiet bewohnt die Kornnatter unterschiedlichste Lebensräume, die sich sehr stark voneinander unterscheiden. So reicht ihr Lebensraum von Habitaten auf höhe des Meeresspiegels bis hinauf in höhere Lagen von über 650 Metern. In den unterschiedlichen Zonen ihres Verbreitungsgebietes bewohnt die Kornnatter sowohl Laub- und Nadelwälder, Busch- und Wiesenflächen als auch Feuchtgebiete. Die Kornnatter findet man häufig in der nähe von Siedlungen.
Verhalten
Kornnattern gelten im Allgemeinen als tagaktive Tiere, die Suche nach geeigneten Beutetieren findet aber zumeist nachts oder in der Dämmerung statt. Den Großteil ihres Lebens verbringt die Kornnatter verborgen in ihrem Versteck. Kornnattern sind ausgesprochen gute Kletterer und sind somit auch in Bäumen anzutreffen, wo sie Vögel jagen oder deren Eier plündern. Wasser wird, obwohl die Tiere gut schwimmen können, weitestgehend gemieden. Auf Bedrohung reagieren Kornnattern zumeist mit Flucht, nur selten kann das typische Abwehrverhalten beobachtet werden dabei richtet die Schlange ihr vorderes Körperdrittel in einer für viele Schlangenarten typischen S-Haltung auf und schnellt daraus bei anhaltender Bedrohung blitzschnell vor, um Abwehrbisse auszuführen. Besonders bei kleinen Kornnattern kann in Stresssituationen auch ein Vibrieren mit der Schwanzspitze beobachtet werden, welches dazu dient, in trockenem Laub ein einschüchterndes, rasselndes Geräusch zu erzeugen. In großen Teilen des Lebensraumes begeben sich Kornnattern in der kühleren Jahreszeit in eine mehr oder weniger ausgedehnte Winterruhe. Zu diesem Zweck versammeln sich oft hunderte Exemplare an geeigneten Stellen um gemeinsam zu überwintern. Diese Ruhephase dauert je nach lokalem Klima ca 4 Monate, in denen die Kornnattern nicht fressen oder tinken.
Ernährungsweise
Als dämmerungs- und nachtaktiver Lauerjäger ernährt sich die Kornnatter von kleinen Säugetieren, kleinen Echsen und Amphibien, auch Vögel werden mitunter erbeutet. Darüber hinaus ist bekannt, dass die sehr kletterfreudigen Kornnattern auch Vogelnester plündern um die darin enthaltenen Eier und Jungvögel zu fressen. Die Kornnatter verfügt zum jagen über keinerlei Gift und tötet ihre Beute deshalb durch Erwürgen. Zu diesem Zweck schlingt sie ihren sehr muskulösen Körper mehrmals um das mit den Kiefern fixierte Beutetier und erhöht damit den Druck auf die inneren Organe ihres Opfers so lange, bis die Beute stirbt. Dem eigentlichen Schlingakt voraus geht zumeist eine kurze Pause, ehe die erlegte Beute durch Bewegungen der äußerst flexiblen Kieferhälften und unterstützt von windenden Muskelbewegungen des vorderen Körperdrittels im Ganzen verschlungen wird.
Sinnesleistungen
Die Kornnatter nimmt ihre Umgebung hauptsächlich durch ihre Zunge wahr. Durch die Spaltung der Zunge ist die Kornnatter fähig, sich anhand der olfaktorisch wahrgenommenen Informationen auch räumlich zu orientieren. Der Gesichtssinn der Kornnatter ermöglicht es ihr sehr scharf zu sehen und das sogar noch auf einer Distanz von dem fünffachen ihrer eigenen Körperlänge. Wie bei vielen Schlangen ist das Gehör der Kornnatter unterentwickelt und die Schlange deshalb fast taub, das gut entwickelte Innenohr ermöglicht der Kornnatter aber die Wahrnehmungen von Schwingungen wie Schallwellen und Bodenvibrationen.
Fortpflanzung, Entwicklung und Geschlechtsreife
Die Paarungszeit der Kornnatter beginnt mit dem Abschluss der ersten Häutung nach der Winterruhe im Frühjahr. Männliche Kornnattern zeigen zu dieser Zeit eine erhöhte Aktivität und durchstreifen das Gebiet auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Treffen zwei männliche Kornnattern dabei aufeinander kommt es häufig zu unblutigen Ritualkämpfen, bei denen sich die Tiere umschlingen und versuchen, den Konkurrenten niederzudrücken. Weibchen signalisieren ihre Paarungsbereitschaft durch das vermehrte Abgeben von Duftstoffen. Der Paarung voraus geht zumeist ein Balzritual, bei dem das Männchen das paarungsbereite Weibchen verfolgt und versucht, auf dessen Rücken zu gelangen. Die Paarung selbst geschieht durch das Einführen eines der beiden stachelbesetzten Hemipenes in die Kloake des Weibchens und dauert im Regelfall 10–30 Minuten. Nach einer sehr variablen Trächtigkeitsdauer von 30 bis 70 Tagen legt das Weibchen gewöhnlich zwischen April und Juni 8 bis 20 weichschaligen Eier unter umgekippten Bäumen oder Steinen ab und verlässt danach das Gelege. Ein Brutpflegeverhalten bei Kornnattern ist nicht bekannt. Die 20–30 cm langen und unter 10 g schweren Jungschlangen schlüpfen in Abhängigkeit von der Inkubationstemperatur nach ungefähr 60 bis 80 Tagen aus den Eiern, indem sie die Kalkschale mit ihrem Eizahn öffnen. Bis zu ihrer ersten Häutung ungefähr 1 bis 2 Wochen nach dem Schlupf ernähren sich die kleinen Kornnattern von den Resten des vor dem Ausschlüpfen in die Bauchhöhle zurückgezogenen Dottersacks, danach erbeuten sie selbstständig ihre erste Nahrung, zumeist in Form von kleinen Amphibien und Reptilien, seltener auch jungen Säugetieren oder Wirbellosen. In den ersten drei Lebensjahren wachsen Kornnattern recht zügig und sind beim Erreichen der Geschlechtsreife im Alter von ungefähr 3 Jahren bereits zwischen 100 und 120 cm lang. Während der Wachstumsphase unterliegen Färbung und Zeichnung des Individuums einem deutlichen Wandel vom weitgehend grau−braunen Jugendkleid zur häufig intensiv rot und orange leuchtenden Farbe der großen Kornnatter. In Gefangenschaft erreichen Kornnattern ein Alter von über 20 Jahren, über die Lebenserwartung im Freiland ist nur wenig bekannt, allerdings dürfte diese deutlich unter dem in Menschenhand erreichten Höchstalter liegen.
Kornnatterbiss
Da es viele Leute gibt, die Angst davor haben gebissen zu werden, in dem Fall von einer Kornnatter, habe ich mich nun einmal beabsichtigt beißen lassen, um zu zeigen, das ein Biss nur halb so schlimm ist wie es aussieht.
Das Schlimmste an einem Biss ist der Schrecken den man davon trägt.
Ich habe mal von einem Fall gehört, wo jemand von einer ganz jungen Kornnatter gebissen wurde und sich so sehr erschrocken hat, das er mit dem Elbogen versehendlich das Glasterrarium zerschmettert hat.
Das Resultat waren Schnittwunden die im Krankenhaus genäht werden mussten.
Fazit: Der Biss an sich tut absolut nicht weh. Der Schrecken dagegen sitz tief.